

Vermietung von Zimmern war bürgerliches Privileg in der landesfürstlichen Stadt Baden. Die Errichtung von Hotels in den adeligen und kirchlichen Freihöfen wurde von der Bürgerschaft erfolgreich bekämpft. Außerhalb der engen Stadtgrenzen gab es ab Mitte des 17. Jahrhunderts erste Konkurrenz. Zum Peterhof, Sauerhof und nach Gutenbrunn reichte der Arm der Stadt Baden nicht. Eigentümer Karl Josef Graf von Lamberg wollte das Herzogsbad zum Hotel ausbauen. Bis 1716 hagelte es wütende Proteste des Stadtrats. Skurrilerweise kaufte die Stadt im selben Jahr den Herzoghof und verwendete ihn, unter den nicht minder heftigen Protesten der Bürger, selbst als Hotel.
Eine kleine Pforte in der Stadtmauer gewährte Badegästen freien Zugang zum Kurpark, unterlief jedoch die Befestigung und entfachte weitere Konflikte.
Schwimmen, springen, spritzen und im Wasser naschen. Alles, was Spaß macht, war schon damals verboten. Im Jahr 1613 verordnete Kaiser Matthias ein Badegericht und eine erste Badeordnung mit 22 Regeln für das „Wildbad“ (aka Herzogsbad). Wer gegen diese Regeln verstieß, wurde öffentlich „angekreidet“: Der Name von Missetäterin oder Missetäter wurde mit Kreide groß an die Wand geschrieben, wo ihn die übrigen Badegäste lesen konnten. Anschaulich und mit viel Humor hat der talentierte Kupferstecher Matthäus Merian im Jahr 1649 die laut Badeordnung verbotenen Dinge und Aktivitäten für uns festgehalten.
Quelle: Ursprungsquelle
Als landesfürstliches Bad der Babenberger Herzöge wird das Herzogsbad 1538 erstmals erwähnt. Kaiser Maximilian II. schenkte es 1575 den Niederösterreichischen Ständen. 1717 wurde daraus ein Badehotel. Seit 1908 prägt der Jugendstil-Neubau des Hotels den Zugang zum Kurpark.
Im historischen Badeensemble befanden sich zwei Becken: das Herzogbad und das Antonsbad. Das Herzogbad wurde 1578 an die Nordwestecke des Gebäudekomplexes verlegt, um die Leitung von der Ursprungsquelle zu verkürzen und so die Wärme besser zu nutzen. Das Antonsbad entstand 1699. Beide Bäder wurden Mitte des 19. Jahrhunderts neu errichtet und später als elegante Jugendstilbäder Teil des Luksch’schen Badehotels Herzoghof. 1968 wurden die beiden Bäder schließlich abgetragen.
Quelle: Ursprungsquelle
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