Warum baut sich ein Koch eine herrschaftliche Villa?

Villen waren eine wahre Goldgrube. In nur sechs Jahren waren die Baukosten hereingespielt. Der hohe Gast pflegte sich für die Kur eine Villa oder zumindest eine Villenetage zu mieten. Die Attemsvilla war so eine Fremdenpension (Hotel Garni) mit sagenhafter Rendite. Bauherr war Friedrich von Wenderoth, Mundkoch von Erzherzog Karl und späterer Chefkoch der Weilburg, der mit den Bedürfnissen der Gäste bestens vertraut war. So ist es nicht verwunderlich, dass es im Erdgeschoß zwei gut ausgestattete Küchen gab. Die einzelnen Zimmer konnten nach Belieben zu größeren Suiten verbunden werden. Auch in den beiden Nebengebäuden und im Stallbau befand sich je eine Sommerwohnung mit Küche. Das Geschäft florierte, und der österreichisch-ungarische Hochadel (Bartenstein, Lobkowitz, Palffy…) wohnte hier ebenso wie der türkische Botschafter. Heute befindet sich hier das Puppen- und Spielzeugmuseum.

Den Namen hat die Villa von der Familie Attems-Gilleis, ihren letzten prominenten Eigentümern. Vorher wechselten die Besitzer alle paar Jahre.

damals heute
Damals: Ansichtskarte der Attemsvilla aus 1910 © Stadtarchiv Baden
Heute: Aktuelle Aufnahme von der Attemsvilla © Natter
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