Frauenbad & Karolinenbad

Zwei unter einem Dach: Frauenbad und Neubad

Über der Frauenbadquelle stand einst eine gotische Kirche. Unter dem Altar sprudelte das Schwefelwasser hervor. An die Kirchenmauern schmiegten sich zwei Badehäuser (Frauenbad und Neubad). 1821 wurde an ihrer Stelle ein luxuriöser Badetempel nach den Plänen des französischen Star-Architekten Charles Moreau errichtet und Karolinenbad genannt nach Kaiserin Caroline Augusta, Ehefrau von Kaiser Franz II./I. Erst Moreaus Entwurf vereinte unter einem Dach die beiden separaten „Badkasten“, welche nun aus feinstem Lärchenholz waren und später sogar mit weißgrauem Tiroler Marmor verkleidet wurden. Bis zu 80 Badelustige tummelten sich im geräumigen Gesellschaftsbecken. Der Kaiser genoss das Schwefelwasser in einem luxuriösen Einzel-(Stunden-)Bad. Das 1878 modernisierte Luxusbad beherbergt heute das Arnulf Rainer Museum.

Quelle: Frauenbadquelle und Karolinenquelle

Kaum zu glauben, aber im Jahr 1821 war der Neubau vielen Menschen zu modern! Sie trauerten um die alte, verfallene Kirche, die dem neuen Badetempel weichen musste.

Demokratische Badegesellschaft

Das Frauenbad war bis Anfang des 19. Jahrhunderts dem Hochadel vorbehalten. Normalsterbliche Eindringlinge wurden beinhart gestraft. Kaiser, Königinnen und hohe Badegäste bildeten eine Badegemeinde mit Badrichter, Badfinanzverwalter, Badkassier und Beisitzern und einem Bürgermeister an der Spitze. Von Anfang an waren die meisten Funktionäre hohe Damen. Frau von Unverzagt ist die erste 1685 genannte „Bürgermeisterin“, exakt hundert Jahre, bevor die bis dahin von Stadtrichtern geführte Stadt Baden unter Kaiser Josef II. seinen ersten offiziellen Bürgermeister bekam!

damals heute
Damals: Das neue Frauenbad in Baden, Stich um 1821 © Rollettmuseum
Heute: Aktuelle Aufnahme vom Frauenbad, heute Arnulf Rainer Museum © Fürnkranz
Quelle
Frauenbadquelle und Karolinenquelle 40 °C
KURSTADT
  • Quellen & Bäder
 in Baden