An Renntagen Hochbetrieb

Wettrennen begeistern die Badenerinnen und Badener seit mehr als 150 Jahren. Auf der ersten Rennbahn, der „Hutweide“ bei Oeynhausen, liefen neben Pferden auch Hunde um die Wette. Später traten sogar „Drahtesel“ und Schlitten gegeneinander an. Ein Jahr nach der Gründung des „Trabrenn-Vereins“ war es so weit: Die neue, 1.000 Meter lange Anlage nach amerikanischem Vorbild wurde eröffnet. Der erste Renntag am 16. Juli 1893 sprengte alle Erwartungen: Nach einer Schlechtwetterperiode lachte wieder die Sonne, und rund 15.000 Besucher – darunter Vertreter des Kaiserhauses – strömten herbei und verwetteten bei acht Rennen rund 100.000 Gulden (etwa 150.000 Euro). Rauchen war strikt verboten – wohl auch ein Grund, warum die kunstvolle Holzkonstruktion bis heute so gut erhalten ist. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Anlage zum internationalen Treffpunkt und Baden hatte damit, was zum Lebensgefühl einer bedeutenden Kurstadt in Europa gehörte: eine Rennbahn, die technische Innovation, gesellschaftlichen Wandel und gelebte Pferdekultur verbindet.

Wer hätte gedacht, dass das erste Damen-Radrennen der Donaumonarchie genau hier am 6. August 1893 stattfand?

Der ursprüngliche hölzerne Richterturm wich einer Eisenkonstruktion; der kleine Turm wurde versetzt und dient seit 1895 im Kurpark als Ferdinand-Raimund-Aussicht.

damals heute
Damals: Tribünen und Richterturm, Trabrennbahn Baden 1922 © Stadtarchiv Baden
Heute: Tribünen und Richterturm, Trabrennbahn Baden 2017 © Fürnkranz
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