„Liebster Stoll! Bester Knoll!
Größter Schroll! Bist sternvoll!
Gelt das Moll tut dir wohl?“

Mozarts Briefe aus Wien an Anton Stoll vom 12. Juli 1791

Geheimnis um Lumpentürl gelüftet

Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Tore der landesfürstlichen Stadt Baden gesperrt. Zwar konnte man gegen Löhnung wohlfeiler 10 Kreuzer jederzeit durch das bemannte Haupttor in der Wassergasse hinein. Kostenfreie Heimkehr aus den beliebten Schanklokalen jenseits der Stadtmauer war freilich auch abseits des Tores möglich: Denn ursprünglich verlief die westliche Burgmauer zwischen Pfarr- und Grabengasse. Ein quer dazu angelegter Entwässerungsgraben durchbrach hier die Mauer. Nur mit einem Gitter gesichert bot er für Spätheimkehrer („Lumpen“) einen heimlichen Zugang in die Stadt. Demnach lag das „Lumpentürl“ nicht, wie fälschlicherweise lange vermutet, bei Pfarrgasse 2-4, sondern zwischen den Grundstücken Pfarrgasse 12-14 bzw. Grabengasse 23-25.

Sogar Mozart und sein Freund, Chorleiter Anton Stoll, kehrten zu später Stunde erst aus den Vorstädten heim.

Standort
KURSTADT
  • Verloren nicht vergessen
 in Baden