

1758 ließ die Stadt außerhalb der Mauern, am Fuß des Kalvarienberges, ein neues Bad errichten. Maria Theresia beteiligte sich mit 1000 Dukaten – unter der Bedingung, dass verwundete Soldaten hier unentgeltlich baden durften. Vor dem „Theresienbad“ wurden Bäume gepflanzt – aus der unscheinbaren Wiese entstand im Lauf der Zeit ein Garten. 1792 entschloss sich die Stadt, den kleinen „Theresiengarten“ in einen öffentlichen Park zur Unterhaltung der Gäste auszubauen. Bereits vier Jahre später wurde die Anlage um den Bereich östlich der Hauptallee erweitert – dort, wo seit 1903 der Undinebrunnen sprudelt. Die Initiative ging von großbürgerlichen Kurgästen aus. Der Stadtrat zögerte zunächst, revidierte jedoch seine Haltung, nachdem Kaiser Franz II./I. das Vorhaben unterstützte. Heute umfasst der Kurpark 52 Hektar und bildet ein weitläufiges Naherholungsgebiet, das nahtlos in die Schwarzföhrenwälder des UNESCO-Biosphärenparks Wienerwald übergeht.
Die alten Bäume mussten 2007 gerodet werden – heute ist die Allee nach Barbés Plänen wieder zu einer dichten, schattigen Baumhalle herangewachsen.
Im 19. Jahrhundert bestand der Kurpark aus mehreren eigenständigen Grundstücken. Baron Ignaz Lang ließ am unteren Kalvarienberg einen weitläufigen Park mit Zickzackwegen, Grotten und Brücken anlegen. Erzherzog Anton erwarb die Anlage, sein Erbe schenkte sie der Stadt. Gleichzeitig gestaltete Gräfin Marcelline Alexandrowicz die westlichen Weingärten zu einem englischen Landschaftsgarten mit Aussichtsplätzen um. Zusammen mit der Schönfeld’schen Anlage entstand so ein zusammenhängendes Wegenetz bis ins Helenental. Mit dem Bau des Rainerwegs 1891 konnten Kurgäste erstmals direkt vom Stadtzentrum dorthin wandern.
Der restliche Kalvarienberg blieb lange eine sandige Kalksteinwüste. Erst Stadtgartendirektor Josef Schaffhausen gelang es im späten 19. Jahrhundert mit Hilfe des Badener Verschönerungsvereins, die karge Landschaft aufzuforsten. Sein Nachfolger Josef Krupka schuf auf den neu erworbenen Löwensteingründen – dem ehemaligen Park und den Weingärten der Villa Hudelist, heute unterer Kurpark bis zum Bellevueplatz – zwischen 1924 und 1927 einen einzigartigen Art-déco-Park, der bis heute seinen Namen trägt.
Entwurfsplan von Jean Baptist Barbé, 1792, zeigt die Baumallee im Theresiengarten, heute Kurpark Baden © Rollettmuseum Baden
Theresiengarten, heute Kurpark Baden, im Stadtplan von Johann Kolbe aus 1798; Ursprungsquelle mit I, Ursprungsbad mit II und Theresienbad mit III markiert © ÖAW
Der Undinebrunnen, 1903 von Josef Valentin Kassin anlässlich der neuen Ebenfurther Tiefquellenwasserleitung geschaffen, symbolisiert Eleganz und Vergnügen in der Kurstadt; 2024 generalsaniert © c.kollerics
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